Öffentliches Laden
AC-Ladestationen / -säulen
Intelligente Ladestationen (Stromtankstellen) wurden speziell zum Laden von Elektrofahrzeugen im öffentlichen Bereich entwickelt und werden von verschiedensten Betreibern – meist lokalen Stadtwerken – installiert. Im öffentlichen Raum ergeben sich besondere Sicherheitsanforderungen. Wenn kein Ladevorgang aktiv ist, müssen sie zum Beispiel spannungsfrei sein, um Verletzungen und Missbrauch zu verhindern. Diese Authentifizierung geschieht üblicherweise mittels einer RFID-Karte, einer SMS oder per Smartphone-App.
Moderne Stationen besitzen in Deutschland als Standardanschluss eine Typ2-Buchse (Mennekes). Am häufigsten kommen Typ2-Steckdosen für eine maximale Ladeleistung von 22 kW (3-phasig, 400 V, 32 A) zum Einsatz, wobei eine öffentliche Ladesäule meist zwei Ladepunkte besitzt.
Bei heute typischen Akkugrößen von etwa 22 kWh könnte ein Elektroauto theoretisch innerhalb einer Stunde auch an diesen herkömmlichen AC-Stationen vollständig geladen werden. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass nur bei Nutzung aller drei Phasen (Drehstrom) mit 22 kW geladen werden kann.
DC-Ladestationen (Multi-/Triplecharger)
Die Schnellladung von E-Fahrzeugen erfolgt meist an speziellen Gleichstrom-Ladestationen (DC), welche als sogenannte Multicharger häufig die verschiedenen Standards (CCS für europäische und amerikanische sowie CHAdeMO für asiatische Fahrzeuge) bedienen. Diese Stationen sind größer, teurer und aufwändiger als ihre AC-Gegenstücke, da hier die Ladegeräte (Gleichrichter) in der Station statt im Auto verbaut sind.
Derzeit sind Ladeleistungen von 50 kW (DC) üblich. Die Tesla Supercharger liefern heute bereits etwa 120 kW. Für andere E-Fahrzeuge werden aktuelle Standorte z.B. im SLAM-Projekt (Schnellladenetz für Achsen und Metropolen) für Ladeleistungen von 150 kW vorbereitet.
| Stationstyp | Leistung | Reichweite / 15 min | Stecker |
|---|---|---|---|
| Haushaltssteckdose | 2,3 kW | ~20 km | Schuko |
| AC-Wallbox | 7,4 kW | ~50 km | Typ 2 |
| AC-Ladesäule | 22 kW | ~150 km | Typ 2 |
| DC-Schnelllader | 50 kW | ~80 km | CCS / CHAdeMO |
| Tesla Supercharger | 120 kW | ~200 km | Tesla / CCS |
| HPC (High Power) | 150–400 kW | ~300 km | CCS |
| Truck-Lader (MCS) | > 1.000 kW | — | MCS |
Mit 50 kW ist eine Reichweitenerhöhung von 80–120 km in 15 Minuten möglich, an 150-kW-Stationen mit über 300 km neuer Reichweite in 15–20 Minuten entsprechend das Dreifache.
Inzwischen sind diese Werte überholt: High-Power-Charger (HPC) liefern heute üblicherweise bis zu 400 kW. Ein weit verbreitetes Gerät ist der Alpitronic Hypercharger HYC400, der auch im staatlich geförderten Deutschlandnetz zum Standard gehört. An solchen Ladepunkten sind – ein passendes Fahrzeug vorausgesetzt – über 300 km Reichweite in rund 15 Minuten realistisch.
Das Deutschlandnetz
Das Deutschlandnetz ist ein vom Bund ausgeschriebenes Schnellladenetz, das eine flächendeckende, verlässliche HPC-Versorgung in ganz Deutschland sicherstellen soll – ausdrücklich auch in ländlichen Regionen, die für private Betreiber wirtschaftlich weniger attraktiv sind. Ziel ist, dass in dicht besiedelten Gebieten in höchstens zehn Minuten Fahrzeit ein Schnelllader erreichbar ist.
Der Staat vergibt dafür rund 1.000 Standorte per Auktion an Betreiber und gibt sowohl die technische Ausstattung (HPC-Ladepunkte bis 400 kW, z. B. HYC400) als auch einen gedeckelten Höchstpreis vor. Für die Ladenden bedeutet das planbare Preise und hohe Verfügbarkeit. Besonders profitieren davon 🛣️ Autobahn-Vielfahrer sowie alle, die keine eigene Wallbox haben und auf zuverlässiges öffentliches Schnellladen angewiesen sind.
Ladeparks
Als Ladepark bezeichnet man einen Standort, der viele Schnellladepunkte bündelt – oft ein Dutzend oder mehr HPC-Säulen unter einem gemeinsamen Dach, häufig kombiniert mit Photovoltaik, Pufferbatterie, Gastronomie und sanitären Anlagen. Betreiber wie EnBW, IONITY oder Tesla errichten solche Parks bevorzugt an Autobahnkreuzen und Fernstraßen. Der Vorteil gegenüber einzelnen Säulen: Selbst zu Stoßzeiten muss man kaum warten, und der Ladestopp wird zur kurzen Pause mit Komfort. Ladeparks sind das Rückgrat der Langstrecke – genau das Szenario des 🛣️ Autobahn-Vielfahrers, für den sich hier ein CPO-Schnelllade-Abo mit gesenktem kWh-Preis besonders lohnt.
Laden am Supermarkt
Immer mehr Handelsketten – etwa Aldi, Lidl, Kaufland, Rewe oder IKEA – bieten auf ihren Parkplätzen Ladestationen an, von AC-Säulen (11–22 kW) bis hin zu DC-Schnellladern (oft 150 kW und mehr). Geladen wird, während man ohnehin einkauft; in der typischen halben Stunde im Markt lädt ein Fahrzeug bequem nennenswerte Reichweite nach. Häufig ist das Laden vergünstigt oder während der Öffnungszeiten sogar kostenlos. Für 🌃 Laternenparker und Stadtlader ohne eigene Wallbox ist der Supermarkt-Stopp deshalb eine ideale Gelegenheit, den Alltagsbedarf ohne Extra-Umweg zu decken.
Truck-Laden: Megawatt Charging (MCS)
Batterie-elektrische Lkw brauchen deutlich mehr Energie als Pkw – und das in kurzer Zeit. Dafür entsteht mit dem Megawatt Charging System (MCS) ein eigener Standard mit Ladeleistungen im Megawatt-Bereich (perspektivisch über 1.000 kW). Ziel ist, einen 40-Tonner während der gesetzlich vorgeschriebenen 45-minütigen Lenkpause so weit zu laden, dass er die Fahrt fortsetzen kann. MCS nutzt einen eigenen, größeren Steckertyp und wird zuerst entlang der Logistik-Korridore an den Autobahnen aufgebaut – teils an denselben Standorten wie das Deutschlandnetz. Anders als die übrigen Ladeoptionen richtet sich MCS nicht an Privatpersonen, sondern an Logistik- und Flottenbetreiber und ist ein wichtiger Baustein, damit auch der Schwerlastverkehr elektrisch werden kann.
Zuhause Laden
Wallbox (Wandladestation)
Ladestationen für die heimische Garage, Parkhäuser oder Tiefgaragen, welche an der Wand befestigt werden, werden Wandladestation oder Wallbox genannt. Im Vergleich zu Stromtankstellen sind Wallboxen bei ähnlicher technischer Funktionalität einfacher aufgebaut und für den Einsatz in Innenräumen oder dem geschützten Außenbereich konzipiert.
In der einfachsten Form sind Wandladestationen prinzipiell nur eine gesondert zur vorgelagerten Netzinstallation abgesicherte Typ2-Steckdose mit entsprechender Steuereinheit für zuhause. Netzseitig wäre in den meisten Einfamilienhäusern eine Ladeleistung von 22 kW (Drehstrom) häufig ohne größeren Aufwand möglich.
Da Elektroautos aus Sicherheitsgründen nicht an herkömmlichen Haushaltsteckdosen (Schuko) geladen werden sollten, empfiehlt sich die heimische Installation einer Wallbox. In Wohneigentümergemeinschaften ist hierzu häufig eine Entscheidung der Eigentümerversammlung nötig.
In-Cable Control Box (ICCB, Mode 2 Ladekabel)
Gewöhnliche Haushaltssteckdosen (Schuko) sind nicht auf einen dauerhaften Stromfluss von über 10–12 A (2,3 kW) ausgelegt, welcher jedoch für die Ladung großer Akkus von Elektrofahrzeugen sinnvoll ist. Da dies mit Haushaltssteckdosen nicht möglich ist, wird an Schuko-Steckdosen mit sogenannten Notladekabeln geladen. Diese Kabel enthalten eine In-Cable Control Box (kurz ICCB), also eine im Kabel integrierte Steuereinheit.
Zusätzlich übernimmt die ICCB verschiedene Schutzfunktionen, zum Beispiel durch die Integration eines auf E-Fahrzeuge ausgelegten Fehlerstromschutzschalters (FI-Schalter). Gleichzeitig überwachen hochwertige ICCB verschiedene Sicherheitsmerkmale, wie die Temperatur am Schuko-Stecker oder Stromschwankungen durch korrodierte Steckkontakte.
Auch für die heimische Garage empfiehlt sich langfristig die Anschaffung einer Wandladestation (Wallbox) mit Sicherungs- und Kommunikationstechnik, um das E-Fahrzeug nicht nur wesentlich schneller (über 16 A, ein- oder dreiphasig), sondern auch sicher zu laden.